Ortsgemeinde

Rittersdorf

Das Hüttenbrennen

Hüttenbrennen: Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, Bild: Walter HeyenHüttenbrennen: Das Material ist gesammelt und vorbereitet, Bild: Walter HeyenHüttenbrennen: Es darf gezündelt werden, Bild: Walter HeyenHüttenbrennen: Das Kreuz brennt, Bild: Walter HeyenHüttenbrennen: In vollen Flammen. Der Winter wird vertrieben., Bild: Walter Heyen

Das Hüttenbrennen ist ein alter Brauch in vielen Eifeldörfern und wird jedes Jahr am ersten Fastensonntag begangen. Der genaue Ursprung des Brauches ist unklar, aber mit dem Feuer wird symbolisch der Winter verbrannt.

Früher wurden in Rittersdorf vier Hüttenfeuer, verteilt auf die vier Himmelsrichtungen, abgebrannt. Es war üblich, dass die Jungen aus unserem Dorf im Alter von ca. 9 - 15 Jahren das Hüttenfeuer eigenverantwortlich organisierten. Dazu gehörte natürlich auch die Beschaffung von geeignetem Brennmaterial.

Um die erforderliche Menge zu beschaffen, begannen die Kinder bereits im Herbst damit, in den umliegenden Wäldern Reisig zu sammeln und in Bündel zu binden, den sog. “Schaanzen”. Außer den “Schaanzen” wurden noch ein Gerüst, bestehend aus drei langen Bäumen und mehreren Querstangen benötigt, dem sog. Bock.

Am ersten Fastensonntag wurde dann der Bock unter Hilfestellung einiger Erwachsener aufgestellt und mit den “Schaanzen”, sowie mit Stroh, welches man von den Landwirten im Dorf erhalten hatte, gefüllt.

Es versteht sich von selbst, dass unter den Kindern und Jugendlichen ein Wettbewerb bestand, wer wohl das größte und schönste Hüttenfeuer abbrennen würde.

Als Lohn für ihre Mühe erhielten die Kinder beim anschließenden Sammeln im Ort von den Dorfbewohnern Eier, Süßigkeiten oder Geld. Während des Sammelns wurde früher und wird noch heute ein Spruch gesungen.

Dieser lautet wie folgt:

Hei kommen de Rickschdorfer Jungen
die heschen Biaren un Bungen
Biaren und Bungen as god Speis
Gäken und Noaren genn net weis
Meenchen geff man Eichen
gack. gack,gack,gack geischen.

Im Sinne der Brauchtumspflege bitte ich Sie, verehrte Bürgerinnen und Bürger, den Hüttenjungen und -mädchen als Zeichen Ihrer Anerkennung eine kleine Spende zu geben.

Da unser Dorf mittlerweile sehr groß geworden ist, beginnen die Kinder bereits am späten Sonntagvormittag mit dem Sammeln. Das Hüttenfeuer wird am Abend bei Anbruch der Dunkelheit entfacht. Hierzu sind natürlich alle recht herzlich eingeladen.

Schon jetzt möchte ich mich bei den Kindern für ihre Arbeit und bei Ihnen für Ihre Spende bedanken.

Ihr Ortsbürgermeister

Walter Heyen